Unsere Zielgruppen

 

Wir unterrichten Schülerinnen und Schüler, die im regulären Schulsystem an Grenzen stoßen. Oftmals sind dies Kinder, die sich selbst in Grenzbereichen befinden, etwa im Bereich eines hohen kognitiven Leistungsvermögens und/oder einer gering ausgeprägten emotional-sozialen Kompetenz (z.B. Hochbegabung, besondere Begabung oder Verhaltensauffälligkeiten). Beides, emotional-soziale und kognitive Förderung, denken wir zusammen.  

 

 

Warum gerade diese Zusammensetzung?

 

Beide Kindergruppen haben ähnliche Bedürfnisse nach besonderer Stärkung der Sozialkompetenzen:

Verhaltensauffällige Kinder haben oft Schwierigkeiten, sich in größeren Gruppen zurecht zu finden. Wenn sie sich überfordert fühlen, geraten sie schnell in Konflikte. Sie brauchen individuelle Förderung im emotional-sozialen Bereich und vor allem Zeit, um wieder Vertrauen zu sich selbst zu bekommen. Es ist wichtig, dass es einen Ort gibt, wo Konflikte, Beziehungen und Gefühle auch thematisiert und reflektiert werden können.
Hochbegabten Kindern geht es ähnlich. In ihren sozialen Kontakten stoßen sie oft auf Schwierigkeiten, weil sie Gleichaltrigen intellektuell überlegen sind, während sie von älteren Kindern jedoch nicht immer akzeptiert werden. Auch sie brauchen Förderung im emotional-sozialen Bereich und die Gelegenheit, ‚normale’ Beziehungen zu anderen Kindern pflegen und üben zu können.

Beide Gruppen haben ähnliche Bedürfnisse nach individueller Lernförderung:

Verhaltensauffällige Kinder, weil sie oft Probleme haben, sich länger zu konzentrieren, weil sie erst lernen müssen, den Unterrichtsstoff mit ihrer Lebenswelt in Verbindung zu bringen, weil sie sich leicht ablenken lassen und es daher wichtig ist, dass sie den Unterrichtsstoff mit allen Sinnen begreifen können.
Und die hochbegabten Kinder, weil sie schnell begreifen und sich in normalen Klassen leicht langweilen und dann oft andere stören oder eine Verweigerungshaltung einnehmen. Sie müssen immer wieder und schnell neue Lernanreize erhalten, experimentieren dürfen und ihre Fähigkeit, Zusammenhänge des Lebens schnell zu begreifen, auch einbringen und weiterentwickeln dürfen.

Beide Kindergruppen brauchen viel Bewegung:

Hochbegabte Kinder neigen dazu, sich in eine ‚verkopfte Welt’ zurück zu ziehen, weil sie sich dort sicher fühlen. Sie haben mehr Spaß am Lesen als am Sport und nutzen daher kaum von sich aus Gelegenheiten dazu. Die Folge davon ist, dass sie sich oft ‚in ihrem Körper nicht zu Hause fühlen’ und Defizite im motorischen Bereich aufweisen.
Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten sind motorisch häufig sehr unruhig und brauchen Gelegenheiten, um ‚sich auszutoben’.

Beide Kindergruppen brauchen soziale Kontakte zu anderen Kindern - eine Separierung wäre nicht förderlich:

Bei einer Klassenzusammensetzung nur mit hochbegabten Kindern fehlt diesen die Erfahrung im Umgang mit ‚normal-begabten’ Menschen, die sie jedoch für ihr späteres Berufsleben erlernt haben sollten. In dem geschützten Rahmen der kleinen Klasse und unter pädagogischer Anleitung bietet die Elisabethstift-Schule vielfältige Möglichkeiten, soziale Beziehungen zueinander zu pflegen und einen ‚normalen’ Umgang bei alltäglichen Begegnungen zu üben.
In einer Spezialschule, deren Klasse nur aus verhaltensauffälligen Kindern besteht, ist die Gefahr der Eskalation im Unterricht selbstverständlich sehr groß. Der Kontakt zu anderen Kindern, die geringeres oder anders geartetes Konfliktpotential mitbringen, entspannt die Atmosphäre sichtlich.

Beide Kindergruppen können voneinander profitieren und lernen:

Die leistungsstarken Schüler können nach und nach in die Verantwortung genommen werden und ihren leistungsschwachen Mitschülern Hilfe anbieten.
Der Umgang der Kinder untereinander bietet vielfältige Möglichkeiten für soziales Lernen, die immer wieder in der täglichen Willkommensphase thematisiert und reflektiert werden können.
Verhaltensauffällige Kinder sind oftmals bewegungsaktiv und motorisch sehr geschickt. Hier können sie ihre oft eher intellektuell begabten Mitschüler anleiten und herausfordern. Gleichzeitig lernen die Kinder, dass jeder besondere Stärken und Fähigkeiten hat.

Wir sind davon überzeugt,

dass unser Konzept beiden Zielgruppen gerecht wird. Bei der Aufnahme achten wir auf eine gute und leistungsfähige Klassenzusammenstellung.

[Top]